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Arbeitszeugnis und Bewerbung

Wenn Ihre Bewerbungsmappe auf dem Schreibtisch eines Personalers oder zukünftigen Arbeitgebers landet gilt der erste Blick dem Anschreiben, der zweite und dritte aber immer dem Lebenslauf und dem aktuellsten Arbeitszeugnis. Aber worauf wird genau geachtet?

Formale Kriterien

Personaler bewerten die gesamte Bewerbung unter anderem aufgrund der seriösen Erscheinung, das Arbeitszeugnis sollte also diesen Standards folgen. Das Zeugnis sollte durch Briefkopf mit Logo oder Firmenpapier ausgestattet sein und auch wenn Sie nur eine Kopie einreichen sollte nicht das billigste Kopierpapier verwendet werden.

Bei Arbeitzeugnissen wird nicht nur auf die Benotung geachtet, obwohl die natürlich einen wichtigen Teil des Arbeitszeugnisses darstellt.

Rechtschreib, Grammatik-Fehler oder falsch geschriebene Namen, die weder von Ihrem Chef noch von Ihnen bemängelt werden sind ebenso ein Problem, wie ein ausgefülltes Anschriftenfeld. Beides erweckt den Anschein als hätte sich der Aussteller kaum Zeit genommen, um sich mit dem Thema zu beschäftigen, was selbst die beste Bewertung schnell zweifelhaft werden lässt. Außerdem sollte die Unterschrift immer von einer höher gestellten Position stammen und niemals im Auftrag unterschrieben sein, denn auch das bedeutet eine erhebliche Wertminderung der Aussagekraft.

Auch die Daten sollten alle korrekt angegeben werden: Haben Sie Ihr Arbeitszeugnis vor Ende des Arbeitsverhältnisses angefordert sollte das Datum der Unterschrift und eventuell das Ausstellungsdatum a) identisch sein und b) auf Ihren letzten Tag fallen. Nachträglich ausgestellte Arbeitszeugnisse deuten entweder auf Differenzen von Arbeitgeber und Arbeitnehmer bei der Bewertung hin oder werden Ihnen als Nachlässigkeit ausgelegt rechtzeitig ein Arbeitszeugnis anzufordern.

Erfahrung und Aufgaben

Nur in den seltensten Ausnahmefällen weiß der zukünftige Arbeitgeber nicht welche Erfahrung für eine Position gebraucht wird, entsprechend ist die Passgenauigkeit Ihres Profils ein wichtiges Thema. Da die Aufschlüsselung Ihrer bisherigen Aufgaben sehr detailliert ausfallen kann, wird dabei häufig erstmal nur die wichtigsten, also die nur die ersten Punkte erfasst und die anderen unter ‘weitere Erfahrungen’ erst später in die Entscheidung mit einbezogen. Wichtig ist hier also die Frage, ob Ihre bisherigen Aufgaben eine Eignung für die neue Stelle unterstreichen.

Abgleich mit Lebenslauf und Anschreiben

Ob einfaches oder qualifiziert - Arbeitszeugnisse werden gerne genutzt, um bei Fakten nicht nur auf Ihr Wort zu vertrauen, sondern eine dritte neutrale dritte Instanz als Bürge einzusetzen. Werben Sie etwa im Anschreiben mit einer gewissen Erfahrungsstufe kann ein Blick ins Arbeitszeugnis diese Aussage bestätigen oder aber als Übertreibung bloßstellen.

Bei der Bewerbung achten zukünftige Arbeitgeber auch auf die Wahrheitsgehalt von Aussagen - Arbeitszeugnisse bieten die Möglichkeit Flüchtigkeitsfehler oder allzugroße Beschönigungen aufzudecken.

Auch der Versuch Lücken im Lebenslauf zu schließen kann durch einen Abgleich der Einstellungs- und Austrittsdaten leicht entdeckt werden. Personaler achten dabei nicht nur darauf, dass alle Aussagen übereinstimmen, sondern können sich auch bei Unklarheiten, die häufig aus zu knapp formulierten Lebensläufen entspringen, das Arbeitszeugnis als zusätzliche Lesehilfe nutzen.

Bewertung und Codes

Ein guter Teil eines qualifizierten Arbeitszeugnisses sollte von der Leistungsbeurteilung ausgemacht werden. Der zukünftige Arbeitgeber achtet allerdings nicht nur darauf, ob Ihnen gute Leistungen ausgestellt wurden, sondern schaut besonders auf die Irregularitäten: Stimmen die Noten und die Gesamtnote überein? Werden wichtige Kompetenzen ausgelassen, übliche Wortreihenfolgen vertauscht oder bestimmte Formulierungen genutzt, die mehr als nur Ihre Arbeitsleistung kommentieren?

Selbst Arbeitgeber, die nicht viel auf die Einschätzung vergangener Zeugnisaussteller geben - wer weiß welche Bewertungsmaßstäbe angesetzt wurden um ein gutes Zeugnis auszustellen? - können anhand der Entwicklung über mehrere Arbeitszeugnisse hinweg einen ungefähren Eindruck Ihrer Stärken und Schwächen erhalten.

Wie wichtig ist also das Arbeitszeugnis für die Bewerbung?

Ob also akribisch auf die Ehrlichkeit Ihrer Aussagen geachtet wird oder die subjektiven Eindrücke früherer Arbeitgeber zurate gezogen werden: Seriöse Arbeitszeugnisse mit guter Beurteilung, die Ihre Erfahrung und die Aussagen Ihrer Bewerbung belegen sind ein Garant dafür, dass Sie in der engeren Auswahl ganz oben auf der Liste landen. Bei kleineren Unternehmen wird auch gerne verstärkt auf die Verhaltensbeurteilung wie auf die Sympathie im Bewerbungsgespräch geachtet - durch den engeren Kontakt in kleinen Teams kann das das Zünglein an der Waage sein.

Aber auch schon kleinere Formfehler hinterlassen einen genauso schlechten Eindruck wie eine durchweg schlechte Benotung. Daher sollten Sie diese rechtzeitig reklamieren und verbessern lassen.

Enthält auch Ihr Arbeitszeugnis verbotene Geheimcodes?

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