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Häufige Korrekturen bei Arbeitszeugnissen

Nicht jedem fällt es einfach Zeugnisse zu erstellen: Formulierungen und formale Regeln wollen nicht nur gelernt, sondern auch korrekt umgesetzt sein. Gerade um alles richtig zu machen wird mehrmals Nachgebessert und es schleichen sich Flüchtigkeitsfehler ein, die vom Zeugnislaien nicht direkt gesehen werden.

Flüchtigkeits- oder Verständnisfehler schleichen sich schnell in Zeugnisse oder werden als 'Abschiedsgeschenk' absichtlich platziert. Überprüfen Sie daher unbedingt Ihr Zeugnis auf diese häufigen Fehler!

1. Sind alle Angaben vollständig und korrekt?

Der häufigste Fehler bleibt die Betriebsblindheit: Aufgaben, die Sie während Ihrer Anstellung erledigt haben fallen unter den Tisch, das Einstellungsdatum hat einen Zahlendreher und das Ausstellungsdatum stimmt nicht mit dem Austrittsdatum überein. Im schlimmsten Fall könnte sogar aus Unwissenheit der übliche Aufbau abgeändert oder wichtige Teile des Zeugnisses vergessen werden.

Allerdings kann auch das Kalkül dazu führen, dass wichtige Bestandteile des Zeugnisses weggelassen werden: als Kassierer nicht die Ehrlichkeit oder als Fotograf nicht die Kreativität bescheinigt zu bekommen ist in Noten übersetzt soviel wie eine 5 oder 6.

2. Gefälligkeitszeugnisse

Aus Angst vor langen Streitigkeiten mit dem Arbeitnehmer werden zu gute Arbeitszeugnisse ausgestellt. Diese Bescheinigen häufig nicht nur Bestnoten in jeder Kategorie, sondern auch alle Kategorien, egal wie passend oder unpassend für Ihren Beruf. In der Regel erkennen Sie diesen Fehler bereits an der Länge: bei kurzen Arbeitsverhältnissen, etwa unter einem Jahr, sollte die Seitenzahl ungefähr bei einer Seite liegen, bei längeren etwa bei zwei.

Arbeitszeugnisse, die länger als zwei Seiten sind dienen als direktes Warnsignal für die Zuverlässigkeit der Aussagen.

Ein sehr gutes Zeugnis sollte bei der Bewertung dabei nur bei Ihren Stärken die Note ‘sehr gut’ und eine eine exzellente Gesamtnote vergeben. Achten Sie auch darauf, dass nur für Ihren Beruf relevante Kompetenzen bewertet werden: Ehrlichkeit wird beispielsweise für alle Berufe, die keinen Zugriff auf Geldbestände haben, immer als eine Grundvoraussetzung gesehen und ist daher nicht zu Erwähnen.

3. Fehler im Schlussteil müssen nicht korrigiert werden

Nach der Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts (9 AZR 227/11) von 2011 muss der Arbeitgeber Ihnen keine guten Wünsche auf den Weg geben oder einen Dank für geleistete Arbeit aussprechen. Wie häufig irrtümlich angenommen wird heißt das aber nicht, dass andere Zeugnisbestandteile am Ende komplett sakrosankt sind: Bestehen Sie darauf, dass der Kündigungsgrund genannt wird, ist die Unterschrift nicht korrekt oder finden Sie andere allgemeine Mängel können Sie auch hier eine Korrektur einfordern.

4. Widersprüchliche oder doppeldeutige Formulierungen

Codes, die unzulässige Informationen über Sie preisgeben, etwa Angaben zu Ihren Freizeitaktivitäten oder Ihrer Gewerkschaftstätigkeit machen, und Verschlüsselungstechniken, die negative Eigenschaften vermitteln sollen sind grundsätzlich verboten.

Allerdings sollte im Allgemeinen auf eine widerspruchsfreie und eindeutige Formulierung geachtet werden: Sind Ihre Fachkenntnisse eben nur gut, sollte im nächsten Satz nicht Ihre ‘herausragende fachliche Befähigung’ gelobt oder bei einer konstanten guten Bewertung keine 3 als Gesamtnote vergeben werden. Auch unverständliche Konstrukte aus doppelten Verneinungen oder schwammige Formulierungen, aus denen sich keine Bewertung ablesen lässt sind grundsätzlich zu korrigieren oder ersatzlos zu streichen.

5. Ungewöhnliche Formulierungen

Schreiben Sie selbst einen ersten Entwurf für Ihr Zeugnis oder wird ein unerfahrener Zeugnisschreiber mit der Aufgabe betraut können zwei typische Fehler eintreten: Ihr Zeugnis besteht nur aus Standardformulierungen, die nicht fachgerecht auf Ihre Position und Branche eingehen oder die Formulierungen sind so ungewöhnlich und individuell, dass sie nicht als Bewertungsformulierungen erkannt werden können. In beiden Fällen wird diese unprofessionelle Schreibweise spätestens bei der nächsten Bewerbung erhebliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Enthält auch Ihr Arbeitszeugnis verbotene Geheimcodes?

Sie wollen sich Gewissheit über Ihre Noten verschaffen oder sichergehen, dass Ihr Arbeitgeber kein 'Abschiedsgeschenk' versteckt hat? Dann prüfen Sie jetzt, ob Ihr Arbeitszeugnis sicher für die nächste Bewerbung ist! Einfach Zeugnis hochladen und in wenigen Sekunden wissen Sie, was Ihr Arbeitgeber wirklich über Sie denkt.

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